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Studienfahrt des
Beruflichen Gymnasiums nach Madrid

von Carola Lyndian, Lehrerin für Spanisch und Geschichte

Vom 18. bis 22. Mai flogen sieben Spanisch-Schüler der Jahrgangsstufe BG 12 in meiner Begleitung nach Madrid.

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Madrid ist eine Stadt der Kontraste: des Genusses und der Qual zugleich - für alle Sinne.

Spaniens Hauptstadt riecht nach Abgasen und Dreck, doch Madrid duftet auch nach Frühling, nach gerade gemähtem Gras, nach frisch aufgebrühtem Kaffee und exotischen Gewürzen.  Kaum verließen wir die Höhlen der Metro, die uns vom Flughafen in das Herz der Stadt brachte, verspürten wir eine angenehm warme Brise. Sonnenstrahlen erwärmten Haut und Gemüter und brachten die erste Bräune auf den Armen und im Gesicht, aber unsere Füße litten Höllenqualen unter dem Pflastertreten.

Das Ohr wurde tags und nachts beschallt: ein permanentes Brummen des sehr lebhaften Verkehrs begleitete uns. Spanien ist laut, die Madrider sind die lautesten Spanier überhaupt. Wir hörten ein konstantes Hupen, schreiende Krankenwagensirenen, Sprachfetzen, Radioklänge, Fernsehgebrabbel, Kindergebrüll und Hundegebell, jedoch hier und dort konnten wir Momente der Stille genießen: in den kleinen Parkanlagen, den Hinterhöfen und Seitengassen. Ein wahrer Genuss  war der Gesang eines argentinischen Hobby-Chors, der in unserem Hostal übernachtete und der sich dort und abends auf der Straße mit einem Universitätschor aus Madrid einen Gesangswettkampf lieferte … und die WKS-ler waren bis in die frühen Morgenstunden  mittendrin.

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Das Auge blickte auf alte und moderne Kunst; im Prado Museum fanden wir Goyas „Maja“ im bekleideten und unbekleideten Zustand, Velázquez „Meninas“ und Tizians „Karl der Große“  – ein Bild, das selten in Geschichtsbüchern fehlt. Juan Muñoz und seine lauschenden Figuren, Picassos „Guernica“  bildeten dann den Kontrast im Reina Sofia Museum und die Werke moderner Kunst waren Anlass, unter den Schülern eine lebhafte Diskussion zu entfachen, ob sauber angeordnete Eierschalen Kunst seien oder nicht.

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In Erinnerung bleiben uns eine Vielzahl an Eindrücken und Erlebnissen: die Größe einer gewöhnlichen Cola-Flasche; die Schildkrötenkolonie im Bahnhof von Atocha; der Blick von der obersten Reihe in die Tiefe auf das Spielfeld im Bernabeu-Stadium; das Sprachwirrwarr auf dem Schulhof der Deutschen Schule;  der Vortrag in der deutschen IHK über Spaniens wirtschaftliche Lage;  unser Abschiedsessen im Restaurant La Paella, wo wir herausfanden, wie gut  Reis schmecken kann;  die vielen in- und ausländischen Menschen, mit denen wir überall und jederzeit ins Gespräch kamen; die Offenheit und Hilfsbereitschaft, der wir überall begegneten; der Tintenfisch auf der Litfaßsäule; das Verbot, im Flugzeug im Handgepäck einen Rasenmäher mitzunehmen (sic!); Kinder in Schuluniform; Tortillas und ein Frühstück, was eigentlich kein Frühstück war … und schließlich ein wehmütiges Gefühl, Madrid nach fünf Tagen verlassen zu müssen und der Wunsch bald wiederkommen zu können.

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Im Mai 2009