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Berufliches Gymnasium besucht Audi in Ingolstadt
Theorie und Praxis sind nicht voneinander zu trennen

Rationalisierung und Vertrieb, „just-in-sequenz“ und „just-in-time“: Konzepte mit denen jeder Schüler des Beruflichen Gymnasiums der WKS im Leistungskurs Wirtschaft konfrontiert wird. Anschaulicher werden die theoretischen Inhalte der Betriebswirtschaftslehre natürlich, wenn man die Inhalte, die im Unterricht vermittelt wurden, aus nächster Nähe erleben kann.

Aus diesem Grund machten sich die Schüler der Klasse 12 im November 2007 auf, um zusammen mit ihren Lehrern A. Neuhoff, T. Kramer und R. Umbach das in Ingolstadt ansässige Audi-Werk zu besuchen. Schon von Weilburg aus hatten Schüler und Lehrer gemeinsam ein Programm ausgearbeitet, damit die kostbare Zeit gut genutzt werden konnte.

In Ingolstadt angekommen, wurden das Werk und die Produktionsabfolge vom Rohblech bis zum fertigen, kundenindividuell gestalteten Fahrzeug der Baureihe A3 oder TT anhand einer Power-Point-Präsentation vorgestellt. Anschließend fand eine Führung durch den Betrieb unter dem Titel „Alles im Takt: Die Kunst der optimalen Logistik“ statt.

Besonders interessant fanden die Besucher den innovativen Ansatz, eine Vielzahl von Zulieferfirmen, mittels eines 1Jahres-Vertrags mit dem Freistaat Bayern und der Stadt Ingolstadt, direkt auf dem Areal der Firma anzusiedeln, um damit die Lieferkosten zu senken und Produktionsverfahren wie „just-in-time“ zu optimieren. Nicht weniger aufmerksam hörten die Schüler zu, als man ihnen zeigte, wie die einzelnen Autoteile an verschiedenen Stellen ergänzt und zusammengebaut werden, um sich Stunden später, wie von Geisterhand gelenkt, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu befinden. Nur so ist es schließlich möglich, erklärte man ihnen, täglich 220 Fahrzeuge fertig zu stellen oder besondere Leistungen, wie z.B. ein handgefertigter Innenraum, kostengünstig verwirklichen zu können.

Schüler und Lehrer waren sich am Ende des Tages einig darüber, dass die Exkursion nach Ingolstadt außerordentlich lohnenswert gewesen war, auch weil sie gelernt hatten, dass Fließbandarbeit längst nicht mehr das ist, was sich so mancher darunter vorstellt.

Dieser Besuch war sicherlich für diesen Abiturjahrgang 2009 ein besonderes Schmankerl in einer Reihe von Betriebs- und Unternehmensbesichtigungen, stellte Fachbereichsleiter Alexander Neuhoff heraus. Das Berufliche Gymnasium führt immer wieder unterrichtsbegleitend Betriebserkundungen durch, um somit den Theorieunterricht mit der Praxis zu verzahnen und um das Verständnis der Schüler für kaufmännisch-wirtschaftliche Zusammenhänge zu fördern.

November 2007
Text: Malthe Weidemann, Alexander Neuhoff
Foto: privat