chapter-schule
titel-seiten
 
> Home > Schulentwicklung

Schulleiter Ottmar Seibold:
 “Wir haben die Wilhelm-Knapp-Schule gut im Wettbewerb positioniert”

Anläßlich der Aufnahme der digitalisierten Jahrbücher “WKS Forum” auf die Web Site gab uns Schulleiter Ottmar Seibold ein Interview. Ottmar Seibold resümiert die Entwicklung der Wilhelm-Knapp-Schule in den vergangenen 15 Jahren und geht insbesondere auf die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnik ein.

line_a_hor_170

www.wilhelm-knapp-schule.de: Herr Seibold, warum haben Sie die in den 90er Jahren erschienen Jahrbücher zur Wiederveröffentlichung auf unserer Homepage freigegeben?

Ottmar Seibold: Die Jahrbücher, die beginnend mit dem Jahr 1991 als “WKS Forum” erschienen, waren eine Art Schaufenster der Schule und zeichnen die Entwicklung der Wilhelm-Knapp-Schule nach. Wir können nun, da das “WKS Forum” jetzt neu in digitalisierter Form über unsere Homepage zur Verfügung steht, den Schülern, unseren Partnern draußen, aber auch den Kolleginnen und Kollegen, die erst in den letzten Jahren zu uns gestoßen sind, zeigen, wo wir “herkommen”. Schulgeschichte und Schulentwicklung der WKS sollen allen Interessierten nahe gebracht werden.

www.wilhelm-knapp-schule.de: Wie hat sich die Schule seit der Erstveröffentlichung der Jahrbücher verändert?

Ottmar Seibold: In den 15 Jahren seit dem Erscheinen des ersten Jahrgangs des “WKS Forums” haben sich im Umfeld der Schule tiefgreifende Veränderungen vollzogen. Ganze Ausbildungsgänge sind verschwunden oder wurden an Standorten zusammengefaßt. Unsere Schülerzahlen sind aber insgesamt gestiegen, obwohl sie im Teilzeit-Bereich der Berufsschule gesunken sind.

In Wirtschaft und Verwaltung sind die Anforderungen an qualifiziertes Personal gestiegen. Neue Technologien halten Einzug in den Berufsalltag der Menschen und überall werden Qualitätsoffensiven gestartet, die viel Veränderung brachten und noch bringen werden.

Auf diese Herausforderungen konnten wir auf der Grundlage des Schulentwicklungsplans reagieren. Mit der Schulaufsicht und dem Schulträger haben wir partnerschaftlich und kollegial die Schule gezielt weiterentwickelt. Der gewerbliche Bereich ist an der Schule weiterhin verankert. Berufe wurden “modernisiert”, einige Berufe an den Standort Limburg verlagert, aber auch von Limburg nach Weilburg.

Der kaufmännische Bereich blieb uns erhalten und wir haben eine gezielte Weiterentwicklung im Weiterbildungsbereich durchgeführt, insbesondere ist hier unsere Fachschule für Betriebswirtschaft zu nennen, die in den letzten Jahren noch zusätzliche Schwerpunkte erhalten hat.

Damit sind wir als regionales Berufsschulzentrum gut aufgestellt, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.  Dabei haben wir ein sehr breites Spektrum an Abschlüssen anzubieten. Angefangen vom Nachholen des Hauptschulabschlusses in der Eingliederungsmaß-
nahme EIBE, über die Mittlere Reife, Fachabitur, allgemeine Hochschulreife und den staatlich geprüften Betriebswirt werden auch Berufsabschlüsse in verschiedenen Ausbildungsberufen angeboten: Metallbauer, Anlagenmechaniker, Büro- und Industriekaufleute, Verkäufer / Einzelhändler usw. Und wir übernehmen mit den Besonderen Bildungsgängen auch Verantwortung für benachteiligte Jugendliche, denen wir den Hauptschulabschluss und eine berufliche Orientierung anbieten. Deshalb auch das Motto der Wilhelm-Knapp-Schule „Nach jedem Abschluss ein Anschluss".

www.wilhelm-knapp-schule.de: Warum hat die Wilhelm-Knapp-Schule so viele Schulformen?

Ottmar Seibold: Wir brauchen diese vielfältigen Bildungsmöglichkeiten hier, weil wir uns als Dienstleister der Region sehen. Wir gehen auf die Bildungswünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen sowie der Wirtschaft in Industrie und Handwerk ein. Gerade dieses breit angelegte Profil ist hier in der Region unerläßlich. Industrie, Handel und Handwerk sowie die beschäftigten Menschen in der Region sind es ja, die uns als wichtige Bildungseinrichtung brauchen und unsere Dienstleistung einfordern.

www.wilhelm-knapp-schule.de: Ist es nicht schwer für einen Schulleiter, eine Schule mit einem so breiten Spektrum zu führen?

Ottmar Seibold: Als Schulleiter in so einem komplexen Gefüge wie der Wilhelm-Knapp-Schule ist man auch als Moderator gefragt. Wir haben zehn Schulformen. Da müssen sich die komplette Schulleitung sowie die Teamleiterinnen  und Teamleiter der Schulformen voll einbringen. Ohne Teamgeist geht es nicht. Die Mannschaft ist für ein gutes Ergebnis entscheidend, nicht die Einzelspieler. Besonders den Teamleiterinnen und Teamleitern muss hier mal ein großes Dankeschön gesagt werden.

www.wilhelm-knapp-schule.de: Haben wir eine Chance im Konkurrenzkampf mit den anderen Berufschulen der Region?

Ottmar Seibold: Ich denke, dass wir im Wettbewerb der Schulen gut positioniert sind. Der Schulent-
wicklungsplan gibt uns zunächst einmal die Sicherheit, am Standort Weilburg erfreulicherweise weiterhin Ausbildungsberufe anzubieten. Zudem ist die Wilhelm-Knapp-Schule Weiterbildungsstandort im kaufmännischen Bereich für die Ausbildung zum Staatlich geprüften Betriebswirt. Fortbildung ist von hoher Bedeutung. Man spricht ja auch von "lifelong learning", also einem Prozess des lebenslangen Lernens. Und mit der Fachschule für Wirtschaft und ihren verschiedenen Schwerpunkten Marketing, Personal, Finanz-
management, Touristik und Franchising haben wir ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis Limburg-Weilburg. Ich denke, dass auch der Schulträger bei der Standortfrage ökonomisch handelt und nicht solche Schulzweige quasi doppelt vergibt.

www.wilhelm-knapp-schule.de: Welche Rolle spielen Informations- und Kommunikationstechnologien in der WKS heute und in Zukunft?

Ottmar Seibold: Wir haben in der Vergangenheit vorwiegend in Informations- und Kommunikatonstechnik investiert und können eine hohe Qualität in diesem Bereich vorweisen. Wir gehen aber noch einen Schritt weiter. Mit der geplanten Einrichtung von Laptop-Klassen unterstreichen wir die Bedeutung moderner Technologien an unserer Schule. Wir beziehen die Nutzung des Internets noch stärker in den Unterricht mit ein.

Auch in der Verwaltung werden wir den Einsatz der Informationstechnik ausbauen. Ein Intranet steht vor der Einführung, damit wir wichtige Informationen schnell und umfassend zur Verfügung stellen können.

www.wilhelm-knapp-schule.de: Welche Bedeutung messen Sie der Schul-Homepage bei?

Ottmar Seibold: Für die Realisierung dieses Projektes möchte ich dem Webmaster und allen, die sich beteiligen, meinen Dank aussprechen. Ich sehe in der Homepage, die seit 2002 besteht und ständig weiterentwickelt wird, eine tolle Fortführung des “WKS Forums”, umgesetzt mit modernen Mitteln. Es gibt wohl zu Beginn des 21. Jahrhunderts kaum eine bessere Form, der Schulgemeinschaft eine Möglichkeit des Austauschs und der Kommunikation zu bieten sowie unseren Partnern und interessierten Dritten unsere Leistungsfähigkeit und Wandlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen.

www.wilhelm-knapp-schule.de: Herr Seibold, danke für das aufschlussreiche und interessante Gespräch.

seibold_interview_gruppe





Layout: Peter Eisenburger.

 

seibold_interview_2

”Im Umfeld der Schule haben sich tiefgreifende Veränderungen vollzogen.”

seibold_interview_3

”Wir sind gut aufgestellt, um den Heraus-
forderungen der Zukunft zu begegnen.”

seibold_interview_4

”Die Homepage besteht seit 2002 und wird ständig weiterentwickelt. Die monatlichen Zugriffszahlen steigen stetig an.”

seibold_interview_andreas

Das Interview fand am 16.2.2006 statt. Die Fragen stellte
Peter Eisenburger.
Assistenz: Valmira Bitiqi.
Fotos: Andreas Bader.