Lehrkräfte der WKS drückten die Schulbank

Die Lehrkräfte der Wilhelm-Knapp-Schule (WKS) Weilburg wechselten für einen Tag die Perspektive und drückten wieder die Schulbank. „Extremismusprävention in Zeiten der Digitalisierung“ bildete das zentrale Thema eines „Pädagogischen Tages“ an dem beruflichen Bildungszentrum. In fünf Workshops setzten sich die Weilburger Pädagoginnen und Pädagogen mit verschiedenen Formen von Diskriminierung, Extremismus und Antisemitismus auseinander, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Wirkung und Beeinflussung durch digitale Medien lag.

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Extremismusprävention in Zeiten der Digitalisierung

„Extremismusprävention in Zeiten der Digitalisierung“ stand im Fokus des „Pädagogischen Tages“

 Die Lehrkräfte der Wilhelm-Knapp-Schule (WKS) Weilburg wechselten für einen Tag die Perspektive und drückten wieder die Schulbank. „Extremismusprävention in Zeiten der Digitalisierung“ bildete das zentrale Thema eines „Pädagogischen Tages“ an dem beruflichen Bildungszentrum. In fünf Workshops setzten sich die Weilburger Pädagoginnen und Pädagogen mit verschiedenen Formen von Diskriminierung, Extremismus und Antisemitismus auseinander, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Wirkung und Beeinflussung durch digitale Medien lag.

Die Veranstaltung startete in der Schulaula mit einem Impulsvortrag des Journalisten Volker Siefert unter dem Titel „Macht der sozialen Medien, Fake News und Desinformation“. Volker Siefert, ein erfahrener Journalist mit ausgewiesener Expertise im investigativen Bereich, ist seit 2002 für den Hessischen Rundfunk (hr) in Frankfurt tätig, wo er für Radio, TV und digitale Medien berichtet. Er recherchiert seit Langem zu politisch und religiös motiviertem Extremismus, Verschwörungstheorien sowie der Einflussnahme durch Russland und China.

Nach dem gemeinsamen Einstieg arbeiteten die Lehrerinnen und Lehrer in fünf Arbeitsgruppen zu verschiedenen Schwerpunktthemen.

„Gegen alle Widrigkeiten – von Diskriminierung bis Neonazismus“ lautete der Titel eines Workshops, den Rahel Sikner vom Netzwerk für Demokratie und Courage leitete. Zunächst richtete sich der Blick anhand von konkreten Beispielen auf die Verbreitung diskriminierender Einstellungen innerhalb der Gesellschaft, welche insbesondere auch über die Sozialen Medien transportiert werden. Deren Wirkungsweisen wurden untersucht und es erfolgte eine Auseinandersetzung mit den Folgen für Betroffene. Ein Schwerpunkt richtete sich auf Gefahren für Menschen und die Demokratie, die von Akteurinnen und Akteuren des reaktionären bis neonazistischen Spektrums ausgehen. Es folgte eine Bezugnahme auf die eigene Rolle als Lehrkraft und die daraus resultierende Verantwortung als pädagogisch Tätige. Anschließend wurden Möglichkeiten zur Analyse von Situationen und Ausgangslagen zur Stärkung des eigenen Handelns gegen Diskriminierung bis Neonazismus ausgelotet und zum Abschluss Tipps zum Handeln vorgestellt.

Antisemitische Bilder oder Memes im Klassenchat oder auf TikTok, antisemitische Aussagen oder gar Übergriffe im Unterricht oder auf dem Schulhof? Wo verläuft die Grenze zwischen Kritik an der israelischen Regierung und beginnendem Antisemitismus? Welche antisemitischen Narrative werden immer noch erzählt? Wie zeigt sich die Verharmlosung des Holocaust? Ausgehend von diesen Fragestellungen versucht der Workshop „Antisemitismus im Klassenzimmer“, den Sebastian Wendt von der „Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung“ (HLZ) leitete, dem Antisemitismus zu begegnen, indem er über antisemitische Narrative und Bilder sowie die unterschiedlichen Erscheinungsformen von modernem Antisemitismus aufklärt und hierfür sensibilisiert. Anhand von konkreten pädagogischen Fallbeispielen wurden antisemitische Codes und Unterrichtssituationen analysiert und konkrete Handlungsoptionen diskutiert. Ziel war es, die eigene pädagogische und demokratische Haltung und Rolle gegenüber Antisemitismus zu reflektieren und zu stärken, um künftig in entsprechenden Situationen des Schulalltags und der außerschulischen Bildungsarbeit adäquat reagieren und intervenieren zu können.

Unter der Überschrift „Rechte Radikalisierungsprozesse bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nachvollziehen und begegnen" setzte sich der Workshop von Christof Ilkhani vom Verein „Rote Linie – Pädagogische Fachstelle für Rechtsextremismus“ mit der Situation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der deutschen Gesellschaft auseinander und analysierte, wie die extreme Rechte diese Ängste nutzt, um insbesondere über die digitalen Medien, Jugendliche für sich zu gewinnen. Nach der Problemanalyse wurden Möglichkeiten erarbeitet, den falschen Versprechen der extremen Rechten entgegenzutreten und die pädagogische Handlungsfähigkeit im Umgang mit diskriminierenden Aussagen durch Argumentationsübungen und Fallbeispiele gestärkt.

Um „Fake News und Desinformation – Auswirkungen und Strategien zur Bekämpfung“ ging es bei hr-Journalist Volker Siefert. Die Lehrkräfte erlangten ein tiefgehendes Verständnis für die Mechanismen von Desinformation und Fake News sowie deren weitreichenden Auswirkungen auf demokratische Prozesse. Im Mittelpunkt standen aktuelle globale politische Entwicklungen, die Rolle sozialer Medien sowie politische Strategien zur Erkennung und Bekämpfung von Desinformation. Dabei wurde auch die Frage behandelt, wie der politische Begriff der digitalen Souveränität im Unterricht mit Leben gefüllt werden kann. Durch praktische Aufgaben wurden die Teilnehmenden dabei unterstützt, Fake News und Desinformationen zu erkennen. Zudem entwickelten sie Strategien für sich und ihren Unterricht, um aus der wachsenden Flut an Informationen, vor allem aus den digitalen Medien, relevante Fakten herauszufiltern.

„Parolen und Extremismus in der Schule – Was tun?“ lautete der Titel des Beitrags von Dr. Philipp Kratz, der seit 2018 Lehrbeauftragter an der Goethe-Universität Frankfurt und seit 2019 Fachberater „Geschichte“ an der Hessischen Lehrkräfteakademie ist. Zudem ist der Referent seit 2021 Ausbildungsbeauftragter am Studienseminar für berufliche Bildung Wiesbaden mit den Schwerpunkten allgemeine Unterrichtspädagogik, Geschichte sowie Politik und Wirtschaft. Auf dem Weg zum Unterricht hört eine Lehrkraft wie ein Schüler zu einem anderen abwertend „Du Jude!“ ruft. Ein Schüler teilt mit, dass im WhatsApp-Klassenchat ein Video der Identitären Bewegung oder der Hamas geteilt wurde. Wie können Lehrkräfte in solchen Situationen professionell reagieren? Ausgangspunkt des Workshops waren Erfahrungen der Lehrkräfte und des Referenten mit extremistischen Äußerungen und Parolen im Schulalltag und über Social Media. Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis entwickelten die Kursteilnehmenden eigene Handlungsstrategien für solche Situationen. Insbesondere ging es in der Veranstaltung darum, Extremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu erkennen, eine professionelle Haltung gegenüber Extremismus und Parolen zu entwickeln sowie situationsspezifische Handlungsoptionen zu erhalten.

Organisiert und durchgeführt wurde der „Pädagogische Tag“ von Sabrina Tauber in ihrer Funktion als Fortbildungsbeauftragte der WKS. Nicht nur den Referenten auch Sabrina Tauber sprach Schulleiter Stefan Jeanneaux-Schlapp, der die Bedeutung der Auseinandersetzung mit Extremismus betonte, einen besonderen Dank aus. Weiterhin dankte er Eva Overbeck und ihrem Team vom WKS-Schulverein „Manage it“, die die Bewirtung übernommen hatten.

 

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Die Schulgemeinde (Lehrer, Schüler und Eltern – in Kooperation mit den Bildungspartnern unserer Schule) übernimmt Verantwortung für ein gutes Schul- und Arbeitsklima

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