„Pomp and Circumstances“ trotz Corona

Verabschiedung FS 2020

„Staatlich geprüfte Betriebswirte“ an der WKS verabschiedet

Verabschiedung FS 2020
Die Studierenden der Teilzeitklasse T 17 freuten sich gemeinsam mit ihrern Lehrkräften über den erfolgreichen Abschluss als “Staatlich geprüfte Betriebswirte”.

Mit Masken betraten die Studierenden nacheinander die Aula der Wilhelm-Knapp-Schule (WKS) Weilburg, setzten sich an die einzeln stehenden vorbereiten Tische, auf denen ihre Zeugnisse lagen, die ihren Abschluss als „Staatlich geprüfte Betriebswirte“ dokumentierten. Zwei Jahre lang hatten die Absolventinnen und Absolventen in der Vollzeitschulform auf ihren Abschluss hingearbeitet und sogar dreieinhalb Jahre waren die Teilzeitschülerinnen und -schüler neben ihrem Berufs- und Familienleben noch mehrmals wöchentlich abends an die WKS gefahren, um sich weiter zu qualifizieren und ihren angestrebten Abschluss zu erreichen.

Und dann kam „Corona“ und alles änderte sich. Durch den „Lockdown“ fanden die letzten Unterrichtswochen vor der Abschlussprüfung plötzlich nur noch im „Fernunterricht“ statt – kein gemeinsames Lernen mehr, keine gemeinsamen Unterrichtsprojekte, keine gemeinsame Prüfungsvorbereitung. Der Kontakt mit Lehrkräften und Mitschülern erfolgte nur noch per E-Mail, Telefon und am Bildschirm.

Dennoch schafften es die Studierenden ihre Abschlüsse mit teils herausragenden Leistungen zu bestehen, allen voran Lena Hardt, die die Traumnote 1,0 erreichte. Verabschiedet wurden die Absolventinnen und Absolventen in zwei Blöcken. Zunächst erhielten die Schülerinnen und Schüler, die in zweijähriger Vollzeitschulung ihren Abschluss zum „Staatlich geprüften Betriebswirt“ angestrebt hatten, ihre Abschlussurkunden und im zweiten Abschnitt die Teilzeit-Studierenden.

Doch nicht nur Corona, sondern um ein Vielfaches mehr der plötzliche und unerwartete Tod eines Mitschülers der Vollzeitklasse kurz nach Abschluss der Prüfungen trübte die Verabschiedung. Um den Studierenden dennoch einen würdigen und feierlichen Abschluss zu bereiten hatten sich Stefan Jeanneaux-Schlapp, der Abteilungsleiter der Fachschule an der WKS, die beiden Klassenleiter Dorothea Brück (Vollzeitklasse V 18) und Jörg Rohrbach (Teilzeitklasse T 17) sowie das Fachschullehrerteam gemeinsam mit Schulleiterin Dr. Ulla Carina Reitz einiges einfallen lassen. Zum Gedenken an ihren Mitschüler Tarkan Sütcü, der die Prüfungen noch erfolgreich absolviert hatte, bevor er unerwartet verstarb, war eine Kerze neben einem Bild des Verstorbenen sowie dessen Abschlusszeugnis platziert Auf den anderen Tischen stand neben dem Zeugnis ein kleiner Piccolo, dessen Etikett neben dem Logo der WKS auch noch jeweils einen individuellen Spruch enthielt, verpackte Früchte und ein kleiner Snack verschönerten ebenfalls das Bild.

Zwar konnte in diesem Jahr – wie sonst üblich – keine Livemusik zur Verabschiedung gespielt werden, aber mit „Pomp and Circumstances“ von Sir Edward Elgar – wenn auch nur vom Computer abgespielt – unterlegte Dr. Ulla Carina nach einer Gedenkminute musikalisch ihre Ansprache an die neuen „Staatlich geprüften Betriebswirte“ und sorgte damit für eine entsprechend feierliche Atmosphäre. „Abschlüsse macht man nicht so häufig im Leben und in Zeiten von Corona halt eben anders“, hob die Schulleiterin hervor und beschrieb noch einmal die Umstände, unter denen die Absolventinnen und Absolventen ihre Prüfungen ablegen mussten. Für die Bewältigung dieser Mammutaufgabe dankte sie Abteilungsleiter Stefan Jeanneaux-Schlapp, den beiden Klassenlehrern Dorothea Brück und Jörg Rohrbach sowie dem gesamten Fachschulteam, aber auch vor allem den Studierenden selbst, die sich in dieser schwierigen Zeit besonders bewährt hätten. Dr. Ulla Carina Reitz versuchte der derzeitigen Situation aber auch Positives abzugewinnen. So habe der digitale Wandel in den letzten Wochen einen riesigen Schritt nach vorne gemacht, online zusammenzuarbeiten sei eine Selbstverständlichkeit geworden. „Diese Selbstverständlichkeit wird weiterhin Ihren Studien- und Arbeitsalltag bestimmen. Sie werden mehr im Homeoffice arbeiten als die Generationen vor Ihnen. Sie werden die Luft nicht mehr so verschmutzen wie die Generationen vor Ihnen, ich glaube auch, dass Sie viel bewusster leben werden“, unterstrich die Oberstudiendirektorin.

Im Anschluss an die Zeugnisverleihung zeichnete Abteilungsleiter Stefan Jeanneaux-Schlapp in Kooperation mit dem jeweiligen Klassenlehrer die Klassenbesten mit Buchpreisen aus und auch für besonderes soziales Engagement gab es noch Geschenke. Beste Absolventin war Lena Hardt aus der Teilzeitklasse T 17 mit dem sagenhaften Schnitt von 1,0. Nur wenig dahinter lagen Marc Niedzwetzki (ebenfalls T 17) sowie Ronja Bessenbach, Tamara Jäger und Alisa Jung aus der Vollzeitklasse V 18 mit ihrem Durchschnitt von 1,1. Für ihr besonderes soziales Engagement wurden die beiden Klassensprecher Robin Eisinger (V 18) und Marc Niedzwetzki (T 17) geehrt.

In einer sehr persönlichen und emotionalen Rede bedankte sich Robin Eisinger im Namen der Vollzeitstudierenden bei den Lehrkräften der WKS. Viel schlimmer als die Corona-Pandemie habe sie alle der plötzliche Tod ihres Mitschülers Tarkan Sütcü kurz nach Abschluss der Prüfungen getroffen. „Wir haben nicht nur einen Mitschüler, sondern einen Freund verloren!“, betonte der junge Mann sichtlich betroffen. Ein besonderes Kompliment sprach Robin Eisinger der Lehrerschaft für deren außergewöhnliches Engagement während der gesamten Schulzeit und insbesondere in der schwierigen Schlussphase aus.

„Die Lehrkräfte haben uns gefördert und gefordert!“ – Ein herzliches Dankeschön an die Unterrichtenden gab es später auch von Marc Niedzwetzki und Sascha Weiand, die seitens der Teilzeitstudierenden eine Abschlussrede hielten und zu dem Schluss kamen, dass der Weg zum „Staatlich geprüften Betriebswirt“ zwar anstrengend, aber auch fruchtbar verlaufen sei.

 

Ihre Urkunde als „Staatlich geprüfte Betriebswirte“ erhielten:

Fachschule für Betriebswirtschaft in Vollzeitform V 18 (Klassenlehrerin: Dorothea Brück): Ronja Bessenbach (Weilburg – Kubach), Jannick Biemer (Herborn – Hörbach), Lisa-Marie Cramer (Weinbach), Patrick Deisel (Brechen – Oberbrechen), Carolin Eich (Waldbrunn – Hintermeilingen), Robin Eisinger (Elz), Adrian Gashi (Elbtal – Dorchheim), Denise Gemmer (Diez), Akseniya Gerstner (Mengerskirchen), Agron Hetemi (Fehl-Ritzhausen), Monique Hoffmann (Taunusstein), Tamara Jäger (Rothenbach), Alisa Jung (Leun – Biskirchen), Kevin Kasper (Bad Marienberg), Timon Konstantinidis (Hadamar), Tresor Mundele (Guckheim), Dominik Neuhof (Schöffengrund – Niederwetz), Lars Querbach (Nistertal), Robin Reifenberg (Gückingen) und Tarkan Sütcü (Breitscheid).

Fachschule für Betriebswirtschaft in Teilzeitform T 17 (Klassenlehrer: Jörg Rohrbach):

Carolin Berg (Leun – Biskirchen), Patric Czech (Brechen), Marvin Giebeler (Hadamar), Adrian Gonsior (Löhnberg), Lena Hardt (Weilburg), Christian Heinl (Herborn), Stephanie Hermann (Wetzlar), Lisa Hofmann (Schöffengrund), Tim Lang (Mogendorf), Kerstin Münster (Schöffengrund), Marc Niedzwetzki (Eppenrod), David Peuser (Driedorf – Mademühlen), Katharina Reiferth (Mengerskirchen), Lukas Reiter (Weilmünster – Dietenhausen), Katharina Roth (Villmar), Nikolai Schwab (Braunfels),  Tobias Schwarz (Wetzlar), Dominik Smith (Grävenwiesbach), Sascha Weiand (Höhn), Lukas Wilzek (Höchstenbach), Juri Zapevalov (Ehringshausen) und Selina Zimmermann (Usingen).