Schüler des beruflichen Gymnasiums (#BG) diskutieren über die Mobilität der Zukunft

Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse des beruflichen Gymnasiums – Fachrichtung Umwelttechnik – an der Wilhelm-Knapp-Schule (WKS) Weilburg testeten die Vorzüge der zukunftsträchtigen elektrisch unterstützen Mobilität mit dem Fahrrad. Im Rahmen der Erstellung eines Radverkehrskonzepts für die Stadt Weilburg hat der Geschäftsführer des beauftragten Planungsbüros „Verkehrsalternative Rad“ (VAR+) aus Darmstadt, Uwe Petry, 16 Schülerinnen und Schülern der WKS mit den Vorzügen der elektrisch unterstützten Radmobilität bekannt gemacht.

Die Lage der Schule auf dem Karlsberg ist nur bedingt für das Radfahren geeignet. Das Gefahrenzeichen nach Straßenverkehrsordnung (StVO) zeigt 11% Steigung, die vom Bahnhof in Tallage entlang der B 456 an der Lahn bis zur Berufsschule überwunden werden müssen. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass an der Fahrradabstellanlage der WKS kein Zweirad parkt. Dies sei jedoch selbst an sonnigen Sommertagen leider der Normalfall, wie der betreuende Lehrer Andreas Bader berichtete.

Uwe Petry, der mit dem Zug und einem S-Pedelec – das „S“ steht für „Schnell“ und „Pedelec“ für „Pedal elektic Cycle“ – angereist war, kam locker von der Bundesstraße B 456 über den vollen Kfz-Parkplatz gefahren und stellte den Schülern sein exklusives Gefährt mit ABS vor. Der Verkehrsplaner hatte ein volles Programm mitgebracht: Nach Einführung in das Thema „Mobilität“ ging es um das Fahrradparken, denn Fahrräder, benötigen nur ein Zehntel der Fläche eines Autos. Da ein Drittel aller Kfz-Fahrten unter drei und die Hälfte unter fünf Kilometern liegen, habe das Fahrrad insbesondere im Nahbereich erhebliche Potenziale, erläuterte Uwe Petry.

Dann startete die Verkehrsexkursion: Auf einer Strecke von zwei Kilometern, mit mehreren Stopps, vermaßen die Schüler Verkehrsräume, nahmen Regelverstöße von Kfz-Führern auf und erörterten Maßnahmen zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs. Uwe Petry erklärte in diesem Zusammenhang, unter welchen Randbedingungen Verkehrsräume neu aufgeteilt werden dürfen und wann Einbahnstraßen für den Radverkehr geöffnet werden können.

Am Landtor, dem Eingang zur Altstadt von Weilburg, wurde die Gruppe von Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (CDU), der die Stärkung des Rad- und Fußverkehrs als ein besonders wichtiges Thema zur Erhöhung der Lebensqualität ansieht, empfangen. Das Weilburger Stadtoberhaupt betonte, dass es für die Lebensqualität der Schülerinnen und Schüler wichtig sei, bei der Verkehrsmittelwahl das Fahrrad stärker in den Focus zu rücken. Die Frage, wann die gesperrte Fußgängerbrücke an der Bahnlinie erneuert werde, brannte den Schülern besonders unter den Nägeln, da sie diese täglich nutzen möchten, um vom Bahnhof oder dem zentralen Busbahnhof zur Schule zu gelangen. Prompt und präzise erläuterte der Rathauschef die vielfältigen Planungsschritte, das Abstimmungsverfahren mit verschiedenen Behörden und die komplexe Antragsstellung zur Erlangung von Fördermitteln. Sobald alle Genehmigungen vorliegen, wird die neue Nahmobilitätsbrücke, voraussichtlich ab 2019, gebaut.

Die Themen Mobilität und Verkehrsansprüche wurden nach der Rückkehr in den Klassenraum von der Schülerschaft heiß diskutiert. Zurzeit sei es für die Schülerinnen und Schüler noch nicht realistisch, das Fahrrad als Verkehrsmittel auf dem Weg zur Schule zu nutzen, resümierte Uwe Petry; doch Schulleiterin Dr. Ulla Carina Reitz und die beteiligten Lehrkräfte unterstützten seine Ansicht, dass zukünftig das Fahrrad, insbesondere das elektrisch unterstützte Zweirad, auch in Weilburg eine große Zukunft hat. Diesem Streben stehe die Wilhelm-Knapp-Schule – insbesondere als Umweltschule – sehr positiv gegenüber, unterstrich die Oberstudiendirektorin.

Perspektivisch soll 2019 das schulische Mobilitätsmanagement an der WKS ausgeweitet werden und es ist gemeinsam mit Uwe Petry eine längere Schülerradtour geplant.

 

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