Elli Friedrich und Nico Klein erreichten die Note 1,1
Die Aula war geschmückt, die meisten Plätze besetzt, überall erleichterte und strahlende Gesichter junger Menschen und stolze Blicke der Eltern: Die Wilhelm-Knapp-Schule (WKS) Weilburg hat die Abiturientinnen und Abiturienten des Beruflichen Gymnasiums (BG) feierlich verabschiedet.
Das Wichtigste in Kürze
- Wer: 31 Abiturientinnen und Abiturienten des Beruflichen Gymnasiums (BG) der Wilhelm-Knapp-Schule Weilburg – Klassen GY 13 A und GY 13 B (Leistungskurs Wirtschaftslehre) sowie GY 13 C (Leistungskurs Umwelttechnik).
- Was: Feierliche Zeugnisübergabe in der geschmückten Aula durch die Tutoren Alexander Neuhoff, Sandra Redling und Jonathan Castrejon Acosta – eröffnet von BG-Abteilungsleiter Alexander Neuhoff.
- Abschluss: Die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) – sie öffnet den Weg an alle Universitäten und Hochschulen.
- Ergebnis: Elli Friedrich und Nico Klein erreichten beide den herausragenden Abschluss von 1,1; die Gesellschaft Deutscher Chemiker zeichnete Nico Klein, Elli Friedrich und Muhammad Saad Ijaz aus, sechs Absolventinnen wurden für ihr Engagement im Schulsanitätsdienst geehrt.
„Mut zur Lücke“ – die Rede des Schulleiters
Als Alexander Neuhoff, der Abteilungsleiter des Beruflichen Gymnasiums an der WKS Weilburg, die Verabschiedungsfeier eröffnete, war die besondere Atmosphäre zu spüren. Nach seiner Begrüßungsansprache wandte sich Schulleiter Stefan Jeanneaux-Schlapp an die Anwesenden. Obwohl er keinen Unterricht mit den Abiturientinnen und Abiturienten gehabt habe, kenne er dennoch erstaunlich viele von ihnen – kennengelernt an ganz anderen Orten als im Klassenraum. So sei der Lehrerparkplatz, der im Grunde den Unterrichtenden vorbehalten ist, ein erster Treffpunkt gewesen, an dem die Schüler – unerlaubterweise – versuchten, freie Ressourcen zu nutzen: „Unternehmerisches Denken, würde man im Wirtschaftsunterricht sagen. Ich nenne es: Mut zur Lücke“, sagte Stefan Jeanneaux-Schlapp schmunzelnd.
Eine zweite nachhaltige Begegnung sei der Abistreich gewesen: „Es gibt Momente im Leben eines Schulleiters, in denen er morgens sein eigenes Schulgebäude betritt und sich kurz fragt, ob er hier eigentlich noch der Hausherr ist. Was dann folgte, war eine Verhandlung. Und was soll ich sagen: Ich habe selten so geschicktes Verhandeln gesehen. Sie kamen mit Forderungen, ich kam mit Bedenken, und am Ende stand ein Kompromiss, mit dem alle leben konnten und der niemandem wehtat. Diplomatie auf hohem Niveau. Manch internationaler Gipfel hätte sich davon eine Scheibe abschneiden können“, resümierte der Studiendirektor. Und dann gab es da noch den Waffelstand, an dem Geld für die Austragung des Abiballs eingenommen wurde und an dem man auch mit Karte zahlen konnte: „Sie haben einen Waffelverkauf geführt wie ein kleines Start-up. Hut ab!“
Begegnungen ganz anderer Art habe er aber auch erlebt: So hätten sich einige im Schulsanitätsdienst engagiert, um da zu helfen und sich zu kümmern, wo es anderen schlecht geht. „Sie übernehmen Verantwortung und sind für andere da. Das steht in keinem Zeugnis. Aber es ist mehr wert als manche Note“, hob der Schulleiter hervor. Sein Fazit: „Diese Eigenschaften nehmen Sie jetzt mit hinaus. Die Welt da draußen braucht genau solche Menschen: die freie Flächen sehen, wo andere nur Schilder lesen; die reden, statt zu streiten; die Neues einfach ausprobieren; und die hinschauen, wenn andere wegsehen. Bewahren Sie sich das.“ Sein Dank galt allen Lehrerinnen und Lehrern und insbesondere den Tutorinnen und Tutoren, aber auch den Eltern und Familien, die mitgefiebert und mitgelitten haben.
„Ihr seid ein absoluter Hauptgewinn“ – die gemeinsame Rede der Tutoren
„Wir stehen heute als eure stolzen Tutoren vor euch. Und wir sind uns in der Schlussbilanz völlig einig: Ihr seid ein absoluter Hauptgewinn und ein massiver Vermögenszuwachs für unsere Gesellschaft.“ Alexander Neuhoff, Sandra Redling und Jonathan Castrejon Acosta, die drei Tutoren der Abschlussklassen, verabschiedeten sich in einer gemeinsamen, sehr persönlich gehaltenen Rede von ihren Schülerinnen und Schülern und erinnerten an prägende Stationen der vergangenen drei Jahre – von den Anfängen über die Vorbereitung auf Klausuren bis hin zu einer gemeinsamen Reise in die Toskana und den Abiturprüfungen.
„Gut 1000 Tage voller Schweiß, Lachen, Verzweiflung und unvergesslicher Momente liegen hinter euch“, blickte Alexander Neuhoff zurück und erinnerte an das Team- und Methodentraining im Hildegardishof, mit dem alles begann und das wesentlich dazu beitrug, dass die Schülerinnen und Schüler zu einer festen Gruppe zusammenwuchsen.
Vom Klausuren-Marathon bis in die Toskana
„In der Jahrgangsstufe 12 wurde es dann so richtig betriebsam. Das anstrengendste Schuljahr stand vor der Tür: ein eng getakteter Kalender, ein wahrer Klausuren-Marathon in den Leistungs- und Grundkursen. Doch ihr habt euch verständnisvoll untereinander unterstützt.“ Sandra Redling erinnerte an die vielen Aufgaben, die auf die Abiturientinnen und Abiturienten zukamen. Manche hätten sich mit dem Lernen für eine Klausur bis zum letzten Tag Zeit gelassen, aber dann dennoch mit zweistelligen Punktzahlen überrascht, meinte sie augenzwinkernd. Für ein geplantes Studium gab die Tutorin den jungen Erwachsenen den Rat: „Prügelt euch das Wissen im Studium nicht in einer einzigen, koffeingetränkten Nacht vor der Prüfung in den Kopf. Lernt kontinuierlich. Kontinuität schlägt das Last-Minute-Chaos jedes Mal.“
Und dann kam die Kür in der 13, bei der die Klassenfahrt in die Toskana einen zentralen Platz einnahm: „Bei kühlen Getränken und netten Gesprächen haben wir euch noch einmal von einer ganz anderen Seite kennengelernt“, erinnerte sich Sandra Redling. Zurück in Weilburg wartete der „Endgegner“, fuhr Jonathan Castrejon Acosta fort: die Vorbereitung auf das bald anstehende Abitur. Doch nicht nur das Lernen habe im Blickpunkt gestanden, sondern auch die Vor-Abi-Feiern und der Waffelverkauf im Foyer der Schule.
„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Mit diesem berühmten Zitat von Hermann Hesse leitete Jonathan Castrejon Acosta zum finalen Teil der Rede über und betonte: „Für euch bekommt dieser Satz heute eine ganz reale Bedeutung. Seht den heutigen Tag bitte nicht als das Ende eurer Zeit an der WKS, sondern als den Startschuss für eure Träume! Unsere Träume bestimmen, wer wir sind und wer wir sein wollen. Was wir alles schaffen und erreichen können, sehen wir immer als Erstes in unseren Träumen. Deshalb: Wagt es, groß zu träumen und eure Wege genauso zu gehen, wie ihr es tun wollt!“
Die Jahrgangsbesten und Geehrten 2026
Im Anschluss an ihre Ansprache überreichten die Tutoren den Abiturientinnen und Abiturienten die Zeugnisse der Allgemeinen Hochschulreife. Eine besondere Auszeichnung erhielten Elli Friedrich und Nico Klein, die beide den herausragenden Abschluss von 1,1 geschafft haben. Nico Klein, als Jahrgangsbester im Fach Chemie, bekam ebenso wie Elli Friedrich und Muhammad Saad Ijaz aus den Händen von Dr. Heidrun Klapper den Sonderpreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) für sein erfolgreiches Abschneiden in der Naturwissenschaft.
Eine Anerkennung für ihren Einsatz im Schulsanitätsdienst erhielten Deniz Agdas, Isabella Bückner, Lisa-Marie Frisch, Maya Grimm, Leyla Güzel und Mia Kramer von der Schulsanitätsdienstleiterin Alessia Bäcker-Gath.
Umrahmt wurde die Abiturientenverabschiedung durch das Querflötenspiel von Dr. Martin Krähe und Jean Wotschke von der Musikschule Weilburg, die mit ihrem musikalischen Duett der Feier eine würdevolle Note verliehen. Die ehemaligen Schülerinnen und Schüler nutzten später den feierlichen Rahmen des Abiballs, um ihren Lehrerinnen und Lehrern in Ansprachen zu danken, Geschenke zu überreichen und sich von ihnen zu verabschieden.
Die erfolgreichen Abiturientinnen und Abiturienten 2026
Verabschiedet wurden die Schülerinnen und Schüler, die am Beruflichen Gymnasium der WKS Weilburg die Allgemeine Hochschulreife erreicht haben:
Klasse GY 13 A – Leistungskurs Wirtschaftslehre (Tutor: Alexander Neuhoff):
Isabella Cara Bückner (Weilmünster-Wolfenhausen), Elli Friedrich (Merenberg-Barig-Selbenhausen), Fiona Friedrich (Löhnberg-Obershausen), Maya Grimm (Villmar-Aumenau), Melisa Koparan (Weilmünster), Mia Kramer (Weilmünster-Laubuseschbach), Jonas Rohde (Weilmünster-Dietenhausen), Paul Selinger (Weilmünster-Laubuseschbach), Tamino Niccolo Stubbe (Aßlar) und Julius Maria Vogel (Grävenwiesbach-Naunstadt).
Klasse GY 13 B – Leistungskurs Wirtschaftslehre (Tutorin: Sandra Redling):
Deniz Agdas (Weilburg-Waldhausen), Helin Celik (Weilmünster-Laubuseschbach), Letizia Corso (Weilmünster-Rohnstadt), Katharina Frick (Löhnberg-Obershausen), Muhammad Saad Ijaz (Weilburg-Hirschhausen), Tomas Kainz (Merenberg-Barig-Selbenhausen), Jessica Michels (Waldbrunn-Lahr), Michael Schäfer (Weilmünster), Yannik Schild (Löhnberg) und Justin Andreas Zitzer (Weilmünster-Aulenhausen).
Klasse GY 13 C – Leistungskurs Umwelttechnik (Tutor: Jonathan Castrejon Acosta):
Ismail Anwari (Weilburg-Waldhausen), Greta Rose Feiling (Weilburg-Bermbach), Mika Fritzsche (Weilmünster-Langenbach), Ole Kainz (Weinbach-Elkerhausen), Nico Paul Klein (Mengerskirchen-Dillhausen), Niklas Thure Kroh (Weilburg-Bermbach), Anna Minkova (Villmar-Langhecke), Bastian Thomas-Karl Rembser (Selters-Niederselters), Arne Henner Schmidt (Weilmünster), Dmytro Shostak (Löhnberg-Niedershausen) und Jannis Urbanski (Mengerskirchen-Waldernbach).
Berufliches Gymnasium an der WKS – in drei Jahren zum Abitur
Das Berufliche Gymnasium (BG) der Wilhelm-Knapp-Schule Weilburg führt in drei Jahren zur Allgemeinen Hochschulreife – mit den berufsbezogenen Leistungskursen Wirtschaftslehre und Umwelttechnik. Das Abitur berechtigt zum Studium an allen Universitäten und Hochschulen in Deutschland. Wer nach dem mittleren Abschluss den Weg zum Abitur mit Praxisbezug sucht, ist hier genau richtig. Alle Infos zur Anmeldung gibt es auf der Bildungsgangseite. Für ein persönliches Beratungsgespräch genügt ein Anruf unter 06471 9188-0.
Die Welt da draußen braucht genau solche Menschen: die freie Flächen sehen, wo andere nur Schilder lesen; die reden, statt zu streiten; die Neues einfach ausprobieren; und die hinschauen, wenn andere wegsehen. Bewahren Sie sich das.
— Stefan Jeanneaux-Schlapp, Schulleiter der Wilhelm-Knapp-Schule Weilburg